Koken wird klasse! ... wenn es denn erst mal fertig ist.

Ich spiele seit kurzem auf meinem kürzlich gestarteten Portfolio http://fotos.stefan-oltmann.de mit einem unter Fotografen vielumworbenden neuen CMS namens Koken herum. Dieses wurde nämlich ganz speziell für Fotografen & Designer entwickelt und ist daher für mich als Hobby-Fotograf auch besonders interessant.

Und tatsächlich: Man läd bequem über Drag & Drop seine Bilder in eine ansprechend gestaltete „Library“ hoch und kann diese dort so verwalten, als ob es eine Desktop-Anwendung wäre. Die Performance ist dabei sogar so gut, dass man beinahe vergessen könnte, gerade in einem Browser zu arbeiten. 🙂

Die verschiedenen Designs für das Portfolio selbst sehen wirklich ansprechend aus. Hier sind echte Profis am Werk. Die Detail-Abstimmung der Seite erfordert keine Kenntnisse von Webdesign oder PHP, obgleich diese von Nutzen sein kann; sofern man Anpassungen vornehmen möchte, die über die Vorgabe hinaus gehen. Genau so muss es sein: Man muss nicht, aber man kann.

Die Bugs

Leider habe ich nicht nur gutes zu berichten. Obwohl vieles schon ziemlich rund läuft ist Koken noch eine Beta und das merkt man ihr auch deutlich an, denn sie hat noch eine ganze Menge Bugs. Ich habe z.B. in der aktuellen Version v0.18.2 (as time of writing) folgende Probleme festgestellt:

  • Original-Bilddateien werden ab und zu auf dem Server nicht gelöscht, wenn der Papierkorb geleert wird und auch sonst keine Verweise auf die Bilder mehr existieren. Das müllt natürlich ziemlich schnell den WebSpace zu.

  • Wenn Fotos hochgeladen wurden und noch „Unlisted“ sind, kann man diese auf ein „Public“ Album ziehen. Folgerichtig erscheint dann ein PopUp mit der Frage, ob man die Sichtbarkeit der selektierten Fotos damit dann auch auf „Public“ schalten möchte. Ein Klick auf „Yes“ bewirkt dann allerdings genau gar nichts: Die Rückmeldung lautet „0 items added“ und alles bleibt, wie es war. Man muss erst die Sichtbarkeit der Fotos selber ändern, dann können sie hereingezogen werden.

  • Wenn man lange genug herumfummelt, bekommt man es hin, dass einzelne Alben offenbar so etwas wie Verknüpfungen zu anderen Alben werden. Was man hier macht, wirkt sich noch woanders aus. Aber das ist noch nicht so schlimm, wie der nächste Punkt, denn:

  • Alben verschwinden plötzlich. Und das ist leider kein Einzelfall, sondern mir direkt zwei mal passiert. In beide Wege sozusagen: Einmal fehlt was in der Vorschau und später dann im Baum. Leider ließ sich das Problem bei mir nicht durch Caches leeren lösen, sondern nur durch Neu-Anlage der Alben.

Koken Album Bug koken<em>bug</em>2

Aller guten Dinge sind drei… Praxistipps

Ich bin auf ein paar Punkte, die nicht direkt Bugs sind, hereingefallen. Daher möchte ich die hier nochmal ansprechen:

  • Die Ziel-Qualität für das automatische Skalieren hochgeladener Bilder ist zwar einstellbar, doch das Tool prüft danach nicht nochmal die „Effektivität“ davon: Dies führt dazu, dass die JPGs, die von 2000px auf 1600px herunterskaliert wurden, größer sind als davor:koken<em>imagemagick</em>qualitaetseinstellungHier muss man also etwas aufpassen. Die große Version wurde (wie auch in den Standard-Einstellungen von Koken festgelegt) mit 90% JPEG-Qualität erstellt. Allerdings erscheint das von mir dafür benutzte Tool IrfanView das Ganze dann doch noch etwas effizienter zu komprimieren als das resize-Tool (aus ImageMagick). Man will also eine automatische Skalierung lieber vermeiden; außer natürlich man hat richtig viel Platz. 😀

  • Ich habe im vorherigen Punkt auch noch einen weiteren, entscheidenen Fehler gemacht: Ich habe die Fotos auf 2000px vorskaliert und damit ein runterskalieren auf die nächste Stufe provoziert. Wie in den „Advanced Quality Settings“ (unter „Settings“ – „Image publishing“) ersichtlich ist, definiert Koken nämlich „große“ Bilder als 2048px (statt 2000px).koken<em>quality</em>settings

  • Ihr wollt aufräumen? Dann seit vorsichtig: „Löschen“ von Alben durch Drag & Drop auf „Trash“ löscht nicht die enthaltenen Fotos mit. Die Ordner muss man sich viel eher als Labels vorstellen. Ein und dasselbe Foto kann in verschiedenen Ordern bzw. Alben wieder auftauchen. Wer ein komplettes Album samt Inhalt loswerden will, sollte also erst die Fotos, dann das Album selbst löschen. Ansonsten sucht man sich unter „Content“ danach einen Wolf. 😉

Fazit

Hier erwartet uns Fotografen etwas ganz tolles, was so langsam aber sicher heranreift. Es gibt hier und da noch Problemchen, mit der Zeit wird das fleißige Team um Koken herum das sicherlich aber auch noch richten.

Darum bleibt mir nur zu sagen: Koken wird klasse… wenn erst erst mal fertig ist!

Professionellen Fotografen würde ich das zu diesem Zeitpunktnicht für einen produktiven Einsatz empfehlen.

Für Interessierte lohnt sich möglicherweise jetzt schon ein Blick da rein. Vielleicht habe ich ja auch ganz einfach nur Pech. 😉 Wie sind eure Erfahrungen?