Windows 10 - Meine ersten Eindrücke

Seit gestern ist Windows 10 nun endlich final verfügbar und ich habe über das Media Creation Tool mein kostenloses Upgrade von Windows 7 Professional aus sofort vorgenommen. Wie in einigen Tutorials zu lesen ist, kann auch auf diesen Weg ein Lizenz-Upgrade durchgeführt werden. Der Trick mit dem Forcieren des Windows Updates funktionierte bei mir leider nicht.

Das System macht auf mich einen guten ersten Eindruck. Es wirkt wie ein in Details verbessertes Windows 7 auf mich. Natürlich gefällt mir auch nicht alles. Hier möchte ich ein paar Eindrücke beschreiben.

Beim Startmenü ist wieder alles beim Alten

Wenn alle Kacheln über das Kontextmenü von „Start“ entfernt wurden, kann das Startmenü wieder soweit verkleinert werden, dass dies dem von Windows 7 entspricht. Das gefällt mir als Metro UI Hasser gut.

PDF-Drucker standardmäßig mit an Bord

Es hat eine ganze Weile gedauert, aber endlich wird keine Zusatz-Software wie FreePDF XP benötigt, sondern ein PDF-Drucker ist System-Bestandteil.

Endlich sind „Alarm & Uhr“ auf allen Systemen Standards

Endlich gibt es die absoluten Standard-App mit „Wecker“, „Weltuhr“, „Zeitgeber“ und „Stopuhr“ nicht nur für Android & iOS, sondern auch auf Windows. Nun kann man sich endlich daran gewöhnen an wirklich jedem Computer einen Countdown einstellen zu können. 🙂

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Die Fotos-App ist großartig

Ja, sie ist wirklich gelungen: Ich habe nicht schlecht gestaunt als ich feststellen durfte, dass sie mit zahlreichen cleveren Schnellkorrekturen für gefühlt ca. 80% der Benutzer den Bedarf an Photoshop Elements beseitigt. Eben zuschneiden, drehen und Helligkeit korrigieren? Geht jetzt mit Windows-Bordmitteln für jeden! Wirklich klasse.

Was ich sagen will: Für Profis ist Photoshop natürlich nicht zu ersetzen, wenn hier auf mehreren Ebenen fein RAWs gearbeitet werden soll. Canons CR2-Format wird leider auch noch nicht nativ vom Betriebssystem erkannt. Aber für die meisten Menschen ist das hier jetzt wirklich „good enough“.

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Musik-App kann sich nicht mit VLC messen

Die Musik-App wirkt im ersten Moment ganz ordentlich, da sie aufgeräumt und übersichtlich erscheint. Leider war Microsoft hier eine aufdringliche „Musik kaufen“-Funktion spürbar wichtiger als ein wenig praktisches Handling: So fehlt mir z.B. deutlich die bei VLC häufig benutzte Funktion eine MP3 auf das Fenster zu ziehen und diese wird zur Wiedergabe-Liste hinzugefügt. Das ist alles noch nicht genug durchdacht.

Nette Mail-App

Die Mail-App macht einen schicken Eindruck und funktioniert auch gut via eigenem IMAP-Server.

Kalendar & Kontakte nutzlos?

Diese beiden Apps sind modern und frisch gestaltet – zu schade nur, dass hierfür ein Microsoft-, Exchange-, Google- oder iCloud-Konto benötigt wird. Ja, mehr Optionen gibt es nicht.

Wie auch andere kann ich kein Verständnis dafür aufbringen, warum Microsoft hier kein CalDAV und CardDAV unterstützt. Ohne Support für diesen Standard sind solche Apps in meinen Augen vollkommen nutzlos.

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Warum kann ich die Wetter App nicht löschen?

Ich verstehe ja, dass man eine Wetter-App vorinstallieren möchte, weil dies offenbar überall zum guten Ton gehört… aber muss es wirklich eine nicht löschbare System-App sein? Für Wetter? Naja…

Microsoft Edge ist nicht löschbar?

Einer der größten Fortschritte in Windows 7 war für mich, dass ich den Internet Explorer einfach über „Windows-Features aktivieren oder deaktivieren“ abschalten konnte. So viel Freiheit hatte man vorher nie, weil Microsoft uns immer vorkaufen wollte dass das Teil so tief im System integriert wäre, dass eine Entfernung unmöglich sei.

Offenbar will Microsoft uns seinen neuen Browser genauso erneut aufdrängen… Warum nur? Hat Microsoft immer noch nicht gelernt, dass sie sich mit Aufzwingen von Features nur Ärger einhandeln?

Zum Glück lässt sich sowas ja durch NTLite umgehen.

Hyper-V macht VmWare überflüssig

Lange hat es gedauert, aber für Windows 10 Pro ist nun endlich auch Virtualisierung ein Standard-Feature, welches direkt mit dem System kommt. Gut so. Je mehr Funktionen das System bereits mitbringt, desto weniger muss nachinstalliert werden.

Der Task Manager aus Windows 8 ist jetzt mal richtig nützlich

Die wesentlichste Verbesserung bei Windows 8 war der für mich der neue Task Manager und der ist auch hier wieder dabei.

ISOs können per Doppelklick gemountet werden – bye bye Daemon Tools

Das hätte schon seit WinXP meiner Meinung nach ein System-Feature sein müssen.